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Geschichte

Heinrich Himmler – Ein wahrer Verbrechensbekämpfer

Heinrich Luitpold Himmler (7. Oktober 1900 in München; 23. Mai 1945 in Lüneburg) war ein deutscher Politiker (NSDAP). Er war ab 1929 Reichsführer-SS sowie zwischen 1943 und 1945 zusätzlich Reichsinnenminister. Im Dritten Reich besaß er erhebliche Machtbefugnisse in der inneren Sicherheit, widmete sich aber auch kulturellen Themen.

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„Wir geben unser Bestes, um Verbrechen jeglicher Art zu bekämpfen, und unsere Kriminalstatistik impliziert, dass wir ziemlich erfolgreich sind. Ehrlich gesagt glauben wir, dass Gewohnheitstäter nicht auf freiem Fuß sein sollten, um die Gesellschaft zu plagen, deshalb halten wir sie eingesperrt. Warum sollte zum Beispiel ein drei- oder viermal verurteilter Sexualstraftäter wieder freigelassen werden, um einem anderen anständigen Zuhause dauerhaften Kummer zu bereiten? Wir schicken alle diese Personen in ein Internierungslager und halten sie dort. Aber ich versichere Ihnen, dass ihre Umgebung nicht schlecht ist. Tatsächlich weiß ich, dass sie besser gefüttert, gekleidet und untergebracht sind als die Bergleute von Südwales. Haben Sie schon mal eines unserer Konzentrationslager gesehen? “ Heinrich Himmler – Into the Darkness: Nazi Germany Today (1940) von Lothrop Stoddard.

Sozialversicherung für KZ‑Häftlinge: In einem Nachkriegsprozeß, den ein jüdischer ehemaliger KZ‑Häftling wegen eines in seiner Haftzeit erlittenen Unfalls zwecks Zahlung einer Unfallrente angestrengt hatte, hat der Gerichtssachverständige ‑ Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) ‑ Dr. Florian Freund festgestellt, daß die KZ‑Verwaltung für ihre Häftlinge Sozial‑, Krankenkassen‑, Unfall‑, Renten‑ und Pensionsbeiträge bezahlt hat:“Auch wenn es heute paradox erscheint, wurden von der SS Pensionsversicherungszeiten für KZ‑Häftlinge bezahlt, da es derartige rechtliche Bestimmungen gab. “ Quelle: „Historische Tatsachen“ Nr. 92 / S. 6 zitieren aus den Akten des Landesgerichts für Strafsachen Wien – Az: 26 b Vr 7477/90; „Profil“ – Wien – Nr. 24 vom 9.6.1997

Heinrich Himmler wurde als zweiter Sohn des Oberstudiendirektors Joseph Gebhard Himmler (1865–1936) und dessen Frau Anna Maria Heyder (1866–1941) geboren und wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf. Er war der Bruder von Gebhard Ludwig Himmler (1898–1989) und Ernst Hermann Himmler (1905–1945), die sich ebenfalls der SS anschlossen. Doch spielten diese bei der späteren Geschichte der SS kaum eine Rolle.

Himmler besuchte das humanistische Gymnasium in München und Landshut. Er galt als überaus fleißiger Musterschüler. Am Ende des Ersten Weltkrieges durchlief er die Offiziersausbildung, beendete sie jedoch nicht, sondern mußte mit Kriegsende 1918 aus der Armee ausscheiden, ohne jemals an der Front eingesetzt gewesen zu sein.

Nach dem Scheitern der Räterepublik unter dem jüdischen Revolutionär Kurt Eisner in München, an deren Bekämpfung er sich als Angehöriger des Freikorps Lauterbach beteiligt hatte, besuchte er das Münchner Wilhelmsgymnasium und studierte danach von 1919 bis 1922 an der Technischen Hochschule München Landwirtschaft. Am 22. November 1919 trat er auf Wunsch seines Vaters (zuvor Konrektor am Gymnasium Landshut, seit 1919 Gymnasialrektor in Ingolstadt; ebenfalls seit 1914 Mitglied der Verbindung) als „cand. agron.“ der schlagenden schwarzen Studentenverbindung „PC Apollo“ im Rothenburger Verband Schwarzer Verbindungen (RVSV) bei (heute: Burschenschaft Franco-Bavaria München in der DB bzw. Deutschen Burschenschaft). Am 14. Juli 1920 wurde er zum vollberechtigten Mitglied ernannt. Zu seinen engsten Bundesbrüdern gehörten u. a. der spätere Reichstierärzteführer Prof. Dr. med. vet. Friedrich Weber sowie der spätere Zuchthygieniker, Landwirtschaftsrat für Hufbeschlag und Professor für Hufkrankheiten Dr. med. vet. Hans Jöchle (1892-1968).[1]

Himmler schloß sein Studium mit der Diplomhauptprüfung für Landwirte ab. Anschließend arbeitete er bis zum Marsch auf die Feldherrnhalle als Laborant in einer Fabrik für künstliche Düngemittel im Norden Münchens.

Bei einem studentischen Schützenfest im Januar 1922 lernte Himmler Ernst Röhm kennen, dessen paramilitärischer Reichskriegsflagge er beitrat. 1923 engagierte sich Himmler bei der Bayerischen Volkspartei (BVP), aus der er aber zeitnah wieder austrat. Über seine Mitgliedschaft bei den Artamanen kam Himmler in Kontakt mit der NSDAP, der er am 2. August 1923 beitrat (Mitglied Nr. 42.404). Am 9. November 1923 beteiligte er sich in seiner Eigenschaft als Mitglied der Röhmschen Freikorps am Marsch auf die Feldherrnhalle, der scheiterte.

Anfang 1924 schloß sich Himmler der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung (NSFB) Ludendorffs an. Bereits im Februar 1924 war er deren „Parteiredner“ in Nordbayern. Ferner erneuerte er seine alten Kontakte zu Ernst Röhm und anderen Freikorps-Mitgliedern, als er dem „Deutschvölkischen Offiziersbund (DVOB)“ und der „Alt-Reichsflagge“ beitrat. Diesen Organisationen gehörte Himmler bis 1926 an.

Anfang 1925 begann sein Aufstieg in der NSDAP. 1925 trat er auch in die SA ein. Aber bereits am 8. August 1925 wechselte er in die SS (Mitgliedsnummer: 168) über und führte bis 1927 zahlreiche hauptamtliche Partei-Tätigkeiten aus, bis er 1927 zum stellvertretenden Reichsführer SS ernannt wurde.

Nachdem Erhard Heiden einen Tag zuvor von seinem Amt als Reichsführer-SS durch Adolf Hitler abgesetzt worden war, wurde Himmler am 6. Januar 1929 an die Spitze der Schutzstaffel berufen.

Dieser Titel war zwischen 1926 und 1934 eine reine Dienststellung innerhalb der SA und ohne jede rechtliche Bedeutung. Das änderte sich erst im August 1934, als Himmler in den Dienstrang eines „Reichsleiters SS“ erhoben und Hitler unmittelbar unterstellt wurde. Dadurch wurde der Titel „Reichsführer-SS“ zu einem offiziellen Dienstgrad innerhalb der SS.

Heinrich Himmler adoptierte nach dem Mord am Blutzeugen der Bewegung Kurt von der Ahé im Februar 1933 dessen jüngsten Sohn Gerhard.

1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten infolge rechtmäßiger Reichstagswahl, wurde Himmler zum Polizeipräsidenten von München ernannt und zum SS-Obergruppenführer (rückwirkend mit Wirkung vom 1. Januar 1933) befördert. Dies geschah durch Adolf Hitler, um Himmler mit den SA-Obergruppenführer gleichzustellen. Am 30. Juni und 1. Juli 1934 hatten Heinrich Himmler und die SS den wesentlichen Anteil an der als „Röhm-Putsch“ bezeichneten Entmachtung und Ausschaltung der Führung der SA und anderer Gegner, wie des ehemaligen Reichskanzlers und Reichswehr-Generals Kurt von Schleicher und dessen Frau.

Nach Erlaß des Führers und Reichskanzlers vom 17. Juni 1936 war in der Person Himmlers das Parteiamt des Reichsführers-SS mit dem neu geschaffenen staatlichen Amt eines Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern institutionell miteinander verbunden. Zugleich wurde hierdurch der politisch gewünschte Prozeß eingeleitet, durch die Verschmelzung mit der SS die zentralisierte Polizei aus dem Reichsministerium des Innern herauszulösen, sie dem nur Hitler unterstehenden Parteifunktionär Reichsführer-SS zu unterstellen und damit zu entstaatlichen. Dadurch, daß Himmler 1943 auch zum Reichsinnenminister ernannt wurde, wurden Innenpolitik und Polizei allerdings wieder vereint. Himmler unterstand damit der gesamte Polizeiapparat, bestehend aus den Ämtern der Ordnungspolizei, der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und dem Reichskriminalpolizeiamt.

Als Reichsführer-SS unterstand ihm weiterhin der Sicherheitsdienst (SD) als parteiinterner Nachrichtendienst. Himmler wurde in seiner neuen Eigenschaft den Befehlshabern des Heeres und der Marine sowie den Reichsministern im Rang gleichgestellt und erhielt Kabinettsrang. Damit war er zu einem der mächtigsten Männer im Deutschen Reich geworden. Himmler versuchte sich ebenfalls auf dem Gebiet der Außenpolitik, indem er al-Husseinis antijüdische Aktivitäten unterstützte und ihm nach seiner Flucht ins Reich ein Forum bzw. Raum für Aktivitäten gab.

Himmler war stets auf der Suche nach den Wurzeln der Germanen und von seinen SS-Dienststellen waren einige nur mit dem Sammeln diesbezüglicher Dokumente beauftragt.

Bei den von ihm organisierten Feierlichkeiten zum 1.000. Todestag Heinrichs I. – dessen Leiche in den Dom von Quedlinburg überführt wurde – hielt Himmler eine vielbeachtete Rede. In der Wewelsburg nannte er den ihm vorbehaltenen Raum „König Heinrich“; sein Sonderzug hieß seit Kriegsbeginn gegen Polen „Heinrich“; seine Feldkommando-Stelle in der Nähe des Führerhauptquartiers nannte er „Heinrich“; die gesamte von der SS geführte Strategie in Osteuropa nannte er „Programm Heinrich“.

Himmler sagte in seiner Rede im Jahre 1936 zum tausendsten Todestag Heinrichs I. in Quedlinburg:

„Er war der Erste unter Gleichen, und es wurde ihm eine größere und wahre menschliche Ehrfurcht entgegengebracht, als später Kaisern, Königen und Fürsten, die sie nach volksfremdem byzantinischen Zeremoniell forderten, zuteil wurde. Er hieß Herzog und König und war ein Führer vor tausend Jahren.“

Himmler gründete im selben Jahr die Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung als Sonderabteilung der Polizei. Darüber hinaus war er maßgeblich an der Ausarbeitung des Madagaskar-Planes ab 1940 zur Umsiedlung der Juden  in einen anderen Staat beteiligt.

Per Geheimerlaß wurde Himmler zusätzlich am 7. Oktober 1939 von Hitler zum „Reichskommissar zur Festigung deutschen Volkstums“ ernannt. In dieser Funktion war er für die Regermanisierung der durch den sogenannten Versailler Vertrag an Polen abgetretenen deutschen Ostgebiete zuständig.

1940 rüstete Himmler Expeditionen in den Himalaya aus, die der Frage nachgehen sollten, welche über das Symbol des Swastika (Hakenkreuz) hinaus gehenden Gemeinsamkeiten zwischen Nationalsozialismus und Buddhismus bestehen könnten und empfing zu diesbezüglichen Fachsimpeleien u. a. den schwedischen Forschungsreisenden Sven Hedin.

Himmler trennte sich 1940 offiziell von seiner Frau Marga und lebte daraufhin mit seiner Sekretärin Hedwig Potthast zusammen. Aus dieser Beziehung gingen zwei Kinder hervor, die später von den Alliierten zum Zwecke der Umerziehung brutalen Gehirnwäschen unterzogen wurden.

Zweiter Weltkrieg

Mit Beginn des Rußlandfeldzuges wurde Himmler die polizeiliche Sicherung in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten übertragen.

Über den Einsatz im Osten schrieb später Karl Wolff, daß Himmler einmal bei der Erschießung von 100 Spionen und Saboteuren in Minsk anwesend war:

„Himmler drehte sich zu mir herum. ‚Wir fahren mit‘, sagte er. ‚Es ist gut, daß ich mir so was einmal ansehen kann. […] Und dann geben Sie dem Führer einen genauen Bericht. Er soll wissen, wie hart der Kampf unserer Soldaten hier an der Grenze Asiens ist. Und wie meine Polizei der Front den Rücken sauberkämpft.‘ […] Nach mehreren Salven sah ich, wie Himmler zusammenzuckte. Wie er sich mit der rechten Hand ins Gesicht fuhr. Und wie er auf einmal taumelte. Ich ging zu ihm hin und zog ihn von der Grube weg. ‚Das hätten Sie sich und mir ersparen können‘, sagte ich erbittert zu ihm. Erst jetzt wandte er sich mir zu. Sein Gesicht war fast grün. […] Gleich darauf erbrach er sich.“[2]

Der Passus der Posener Rede, die Himmler später gehalten haben soll und in der er 100 bis 1.000 nebeneinanderliegende Tote erwähnt, könnte sich somit auch auf diesen Vorfall beziehen.

Ab 1944 war Himmler Oberbefehlshaber des Ersatzheeres und Chef der Heeresrüstung. Ende des Jahres übernahm er die Position des Oberbefehlshabers Oberrhein, dessen Einheiten gegen die anrückenden Alliierten im Westen aufgestellt war. Am 24. Januar 1945 wurde aus Truppenteilen des Stabes des OB Oberrhein an der Ostfront die Heeresgruppe Weichsel aufgestellt und Himmler, der in militärischen Fragen völlig unerfahren war, übernahm auf Hitlers Weisung deren Führung. Himmler gelang es nicht, seine Truppen geordnet gegen die vorrückende Rote Armee zu stellen; am 21. März gab er das Kommando wieder ab.

Friedensfühler

Laut dem Großen Wendig streckte Heinrich Himmler seit 1943 Friedensfühler zu den Alliierten aus, wofür er darin als weitsichtiger Realpolitiker angesehen wird. Da er dies jedoch zu einem Zeitpunkt tat, als der größte Teil Europas immer noch von Deutschland besetzt war, kann dies in Zweifel gezogen werden. Seine eigentliche Aufgabe hätte im Gegensatz dazu, als der Mann der für die Sicherheit im Reich zuständig war, darin bestanden, die Machenschaften der Verräter, die laut Friedrich Lenz bereits zum Kriegsausbruch 1939 beitrugen, aufzudecken, ihre Unterstützung für Eisenhowers Invasion in der Normandie zu unterbinden und überhaupt ihre Aktivitäten zu unterbinden, die im Attentat vom 20. Juli 1944 gipfelten. Wenn Himmler zudem tatsächlich von den Engländern ermordet worden ist, nachdem er sich in ihre Gefangenschaft begab und er vorher den westlichen Alliierten eine Teilkapitulation anbot, so ist seine Einschätzung der Lage wohl eher als fehlerhaft einzustufen und nicht als weitsichtig.

Gemäß der offiziellen Geschichtsschreibung soll Himmler im Februar 1945, ohne Hitler vorher darüber informiert zu haben, den hochrangigen Vertreter des Jüdischen Weltkongresses Hillel Storch in Stockholm kontaktiert haben. Gegenstand der Verhandlungen soll die Überstellung von Juden gewesen sein. Am 20. April reiste der jüdische Kaufmann Norbert Masur mit falschen Papieren in einer Sondermaschine der SS nach Berlin und übergab Himmler als Forderung eine Liste mit vorzunehmenden Freilassungen von Juden und anderen Inhaftierten. Himmler konnte diese aber nicht mehr durchsetzen und mußte das von der Roten Armee umzingelte Berlin verlassen.

Im Gegenzug hätte der Jüdische Weltkongreß Himmler nach Kriegsende umfangreiche politische Zugeständnisse gewähren sollen, was dieser aber weder eigentlich konnte, noch wirklich ernsthaft vorhatte. Himmler erkannte, daß ihn nur das Oberkommando der Alliierten zu unterstützen vermochte und wandte sich nach Rücksprache mit Hermann Göring an den schwedischen Unterhändler und Vizepräsidenten des schwedischen Roten Kreuzes Folke Bernadotte. Der Vermittler verlangte erfolgreich die Überstellung von 20.000 Häftlingen, darunter 5.000 Juden und arrangierte ein Treffen Himmlers mit den Engländern.

Am 23. April traf sich Himmler zu einer geheimen Unterredung im Rheinland mit den Westalliierten. Er bot die Kapitulation der gesamten Westfront an. Im Gegenzug forderte er westliche Unterstützung bei dem von ihm als Reichskanzler geführten Kampf gegen den Bolschewismus. Himmler wollte die Wehrmacht auflösen und alle bewaffneten Einheiten angeblich einer neuen SS zuordnen und auf diese Weise eine neue, nur noch von der SS bestimmte Volksgemeinschaft über den Krieg hinwegretten.

Die Westalliierten lehnten Himmlers Offerte ab, bestanden auf bedingungsloser Gesamtkapitulation und desavouierten den Friedensunterhändler öffentlich. Damit war Himmlers Macht gebrochen und er, wie auch Göring, wurden von Hitler ausgestoßen.

Nach Bekanntwerden seiner Gespräche mit den Feindmächten am 23. April 1945 wurde Himmler von Hitler am 29. April in dessen Testament aus der NSDAP ausgeschlossen sowie aller seiner Staatsämter enthoben. Der Nachfolger des Führers, Reichspräsident Karl Dönitz, dem seine Ernennung nur aus einem Telegramm und der genaue Wortlaut des Testaments nicht bekannt war, entmachtete Himmler zusätzlich aus eigenem Antrieb. Dönitz zeigte Himmler persönlich das Ernennungstelegramm, welches Himmler mit Bestürzung aufnahm. Himmler bot sich Dönitz als Regierungsmitglied an, um seine Macht zu wahren, was Dönitz jedoch ablehnte.

Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 floh Himmler in der Uniform eines Unterscharführers der Geheimen Feldpolizei (GFP). Er hatte sich auch Papiere auf den Namen Heinrich Hitzinger beschaffen können, der seiner Verkleidung zufolge ein Angehöriger der Geheimen Feldpolizei sein sollte. Dennoch wurde er am 20. Mai oder nach anderen Quellen am 22. Mai, von britischen Einheiten in Meinstedt verhaftet, als britischen Militärpolizisten bei einer Kontrolle der neu erscheinende Ausweis auffiel.

Laut Aussagen von C. S. M. Austin, einem der sechs Vernehmer, soll Himmler am 23. Mai 1945 im Verhörzimmer in der Uelzener Straße 31 in Lüneburg durch Selbsttötung mittels einer geschmuggelten Zyankalikapsel gestorben sein. Andererseits gibt es Beweise (z. B. „Historische Tatsachen“ Nr. 96),[3] die für eine Ermordung Himmlers sprechen. Sein Leichnam wurde an geheimgehaltener Stelle auf dem Standortübungsplatz Wendisch-Evern begraben.

Der britische Publizist Martin Allen deckte 2003 geheime Dokumente auf, die eine Ermordung Himmlers durch die Briten belegen.

Der Autor Joseph Bellinger kommt in seinem Buch „Himmlers Tod“ zu dem Schluß:

„Als Himmler am 23. Mai 1945 starb, befand er sich seit zwei Tagen in britischer Gefangenschaft. Woher aber soll nach mehrfachen Leibesvisitationen die Zyankali-Kapsel gekommen sein, mit der er sich angeblich in einer britischen Dienststelle in Lüneburg das Leben genommen hat? Die Schrift befaßt sich mit den letzten Lebenstagen des Reichsführers-SS und der Autor belegt auf Grundlage freigegebener britischer Dokumente, daß Himmler von britischen Geheimdienstmitarbeitern ermordet wurde.“

Himmler war seit dem 3. Juli 1928 verheiratet mit Margarete „Marga“, geborene Boden, geschiedene Siegroth, die im Jahre 1929 die Tochter Gudrun gebar. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden beide in Norditalien von VS-amerikanischen Truppen festgenommen.

Himmler hatte Margarete durch seine Rednertätigkeit für die NSDAP kennengelernt und anschließend Briefe mit ihr gewechselt. Das Ehepaar Himmler lebte später getrennt.

Margarete (Lebensrune.png 9. September 1893 in Goncarzewo bei Bromberg; Todesrune.png 25. August 1967 in München) war die Tochter des Gutspächters Hans Paul Boden (Lebensrune.png 12. Dezember 1863 in Pass, Kreis Nakel; Todesrune.png 15. August 1939 in Kyritz, Brandenburg) und seiner am 25. November 1891 in Danzig/Ohra geehelichten Frau Emma Ewelina Emilie, geb. Popp (Lebensrune.png 3. Dezember 1872 in Meisterwalde). Sie hatte vier Geschwister (darunter Elfriede, Lydia und Paula). Ihre Großeltern waren väterlicherseits der Landwirt und Rittergutsbesitzer Carl Boden und die Bertha, geb. Guillemot, wohnhaft in Slesin bei Nakel (Kreis Bromberg) sowie mütterlicherseits Johann Popp und dessen Witwe Eweline Lydia, geb. Zube, wiederverheiratete Wohlfeil.[4]

Margarete Boden schloß ihre Schullaufbahn 1909 an der Höheren Töchterschule in Bromberg ab. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester, die sie während des Ersten Weltkrieges beendete, und war danach in einem Lazarett des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Kriegsfront tätig. Ihre kinderlose erste Ehe mit Siegroth scheiterte nach kurzer Zeit und wurde geschieden. Durch die wirtschaftliche Unterstützung ihres Vaters war es ihr möglich, Teilhaberin einer Privatklinik in Berlin zu werden und dort den Pflegedienst zu leiten. Am wirtschaftlichen Erfolg der Privatklinik war sie beteiligt.

Margaretes Vater Hans Paul Boden, inzwischen Gutsbesitzer in Birkhoff (zuletzt Landwirt in Kyritz), heiratete am 15. Dezember 1925 in Stettin die Margarete „Grete“ Anna Sohr (Lebensrune.png 18. September 1879 in Wreschen), Tochter von Johannes Sohr und der Hulda, geb. Kirsch.

Hedwig Potthast (Lebensrune.png 1912; Todesrune.png 1994) war ab 1936 eine Privatsekretärin Himmlers, die zu seiner Geliebten wurde. Sie gebar ihm zwei Kinder, den Sohn Helge (Lebensrune.png 15. Februar 1942) und die Tochter Nanette-Dorothea (Lebensrune.png 20. Juli 1944). Über die „Zweitehe“ Himmlers ist wenig bekannt, sie unterlag der Geheimhaltung. Himmlers Ehefrau wußte zu seinen Lebzeiten zwar von der Beziehung, aber nicht von den weiteren Kindern.

Quellen

  1. Stefanie Albrecht: Prof. Dr. Hans Jöchle (1892–1968) – Ein Leben für den Hufbeschlag, 2006, S. 43
  2. Karl Wolff, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS über Himmler, angeblich abgedruckt 1961
  3. Historische Tatsachen Nr. 96, Siegfried Egel: „Geheimnisse um Heinrich Himmler“ (PDF-Datei 15MB) Verweis defekt, gelöscht oder zensiert!
  4. Abstammung nach Urkunden durch den Ahnenforscher Ph M belegt.
  5. Walter Dexel: Holzgerät und Holzform, Ahnenerbe–Stiftung, Berlin 1943

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