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ARTE: Deutschland ist keine Nation!

„Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenschaften ihres Geistes und ihrer Sprache nimmt.“ — Immanuel Kant

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Als sprachliche, politische und ethnische Gemeinschaft entwickelte sich die deutsche Nation aus den im Ostfränkischen Reich zusammengefaßten germanischen Stämmen in einem längeren Prozeß, der im 9. Jahrhundert begann. Das Siedlungsgebiet der Deutschen wurde im Hochmittelalter bereits als Regnum Teutonicum (Deutsches [König-]Reich) bezeichnet. Da das Heilige Römische Reich, dessen Bestandteil das deutsche Königreich war, zunehmend Einfluß auf Italien und Burgund verlor und sich daher auf das deutsche Gebiet beschränkte, wurde es seit dem 15. Jahrhundert mit dem Zusatz deutscher Nation versehen. Diese deutsche Nation war in den Reichsständen (Kurfürsten, Fürsten, Reichsstädte) des Reichstags, in den Reichskreisen und in der Reichsritterschaft sichtbar. Sprach- und Reichsgrenzen deckten sich nicht.

Nach dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und der Niederlegung der Reichskrone im Jahre 1806 sowie den Befreiungskriegen 1813/14 wurde die Frage der deutschen Nation zur politischen Frage: Die deutschen Liberalen forderten, die nach dem siegreichen Sommerfeldzug von 1815 im Deutschen Bund nach ihrer Ansicht nicht verwirklichte Einheit der deutschen Nation zu lösen. Die Bewegung gipfelte in der Revolution von 1848/49. Die Einheit der gesamten deutschen Nation in einem Staat ist bisher jedoch nicht geglückt, wenngleich 1871 ein großer Teil Deutschlands zum Deutschen Reich zusammengefaßt wurde. Die Gleichsetzung von Reichs- und Nationszugehörigkeit blieb deshalb auch nach 1871 umstritten, weil die Deutschen Österreichs und anderer Gebiete weitgehend an ihrer Zugehörigkeit zur deutschen Nation festhielten.

Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945 stellte die weitere Entwicklung in den vier Besatzungszonen und in den vier Sektoren Berlins mit der Gründung der BRD und der DDR (beide 1949) sowie der Republik Österreich die Frage nach dem Fortbestand von deutschem Staat und deutscher Nation.

In der DDR wurde zunächst an einer deutschen Staatskonzeption inklusive der Westzone, aber ohne die unter polnischer, tschechischer und russischer Verwaltung stehenden Ostgebiete und ohne Österreich festgehalten (Verfassung von 1949). Mit der Zweistaatentheorie (seit 1955), dem Staatsbürgerschaftsgesetz von 1967 und der Verfassung von 1968 (Präambel) wurde die staatliche Eigenständigkeit propagiert. Dennoch gelang es der Staats- und SED-Führung nicht, die seit 1970/71 (gipfelnd in der Verfassungsänderung von 1974) postulierte These von einer allein auf diesen Staat bezogenen „sozialistischen Nation“ anstelle der traditionellen Vorstellung von einer einheitlichen deutschen Nation in der Mehrheit der Bevölkerung zu verankern. Dagegen konnte die Erfindung einer „österreichischen Nation“ der Mehrheit der österreichischen Bevölkerung mit verschiedenen Mitteln, darunter auch staatliche Geschichtsfälschung und Kampagnen zur Diffamierung und Strafverfolgung von Wiedervereinigungsgedanken und dem Bekenntnis zur gemeinsamen Nation als angeblich nationalsozialistische Ideen.

Das Bekenntnis des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland zur rechtlich fortdauernden, (1945/49–90) nur tatsächlich beeinträchtigten Existenz der staatlichen Einheit und zum Fortbestand der deutschen Nation (Artikel 116 Grundgesetz) bildete die Grundlage zur teilweisen Wiederherstellung eines deutschen Nationalstaates im Zuge des begrenzten Wiedervereinigungsprozesses durch den Beitritt der DDR zur BRD nach Artikel 23 Grundgesetz (alter Fassung) mit Wirkung vom 3. Oktober 1990.

Die mangelnde Identifizierung mit der deutschen Nation als Volksganzem zugunsten eines Staatsverständnisses, das auf die politische Einheit von Demokratie und Verfassungspatriotismus ausgerichtet ist, und die antideutsche Beschwörung einer angeblichen deutschen Kollektivschuld an den Weltkriegen haben zu einer grundsätzlichen Krise im Verständnis der deutschen Nation geführt.

Unter dem deutschen Nationalbewußtsein versteht man das vaterländische Bewußtsein der Deutschen, Bestandteil einer großen deutschen Nation zu sein. Die Entwicklung dieses Bewußtseins begann im Mittelalter und schloß zu Beginn der Frühen Neuzeit ab. Maßgeblich dazu beigetragen hat die von Martin Luther erstellte Übersetzung der Bibel in das frühe Neuhochdeutsche, womit der deutsche Sprachkreis gefestigt und dessen Auseinanderbrechen verhindert wurde. Lediglich die Niederlande und Flandern machten trotzdem eine sprachliche Sonderentwicklung durch.

Besonders stark ausgeprägt waren das deutsche Nationalbewußtsein und das Bekenntnis zum Vaterland im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, was vor allem zum Abschluß der Deutschen Einigungskriege mit der Gründung des Zweiten Reiches 1871 zusammenhing.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das deutsche Nationalbewußtsein wegen der seit über 60 Jahren währenden Umerziehung und des Schuldkults nur noch schwach vorhanden. Manche Deutsche wollen sich nicht mehr als Deutsche sehen, da sie sich ihrer Herkunft schämen. „Deutschland“ wird meist auf die BRD, das deutsche Volk auf alle Menschen mir BRD-Paß reduziert. Die Mehrheit der Bevölkerung in den deutschen Gebieten außerhalb der BRD leugnet ihre Zugehörigkeit zum Deutschtum und zum deutschen Kulturkreis. Großdeutsche Einstellungen gelten als nationalsozialistisch und sind entsprechend geächtet.

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