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Filme & Dokumentationen

Bernd Udo Hack: „Wir brauchen ein neues Geldsystem“

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Ivo: Ich darf jetzt hier den ersten auswärtigen Referenten willkommen heißen. Es ist ein Mann, der von sich selber nicht denkt, dass er ein professioneller Vortragskünstler ist. So hat er mir das geschrieben. Aber als einstiger Behördenvertreter vor Gericht und als erfahrener Dozent und Moderator von internationalen Verwaltungs- und Fortbildungsseminaren legt er heute – ich muss noch erwähnen – im zarten Alter von 82 Jahren, legt er heute die drei gravierendsten Mängel im bestehenden Geldsystem dar. Es ist ein erfahrener Mann, der hier viel erlebt hat. Aber sein Vortrag zielt nicht darauf ab, ein neues Geldsystem einzuführen oder vorzuschlagen, irgendetwas zu modellieren. Es ist eine ganz grundfundamentale Schulung, wenn man so will. Und man kann die nie genug hören. Ich brauchte – ich weiß nicht – zehn Vorträge, bis ich annähernd begriffen habe, was ich vorher nicht verstanden habe, obwohl es ganz einfach ist. Da seht ihr: Auch hier musste ein Druck überwunden werden. Gut. – Er fordert lediglich ein neues System und will dieses System auf gerechtem Weg sehen.

Wir heißen herzlich willkommen: Herr Bernd Udo Hack. Bitte!

Bernd Udo Hack: Danke Dir!

Ivo: Danke, dass du gekommen bist. Kannst noch einen Moment Platz nehmen. Wir werden uns kurz sein Porträt anschauen. – Du kannst schon hier sitzen, natürlich. – Hier wird jetzt auf der Leinwand Dein Porträt eingeschaltet. Dann lernen wir ihn kurz kennen. Und nachher kannst Du gleich beginnen. Vielen Dank!

Bernd Udo Hack:
– geboren 1937 in Berlin, wo er bis heute noch lebt
– verheiratet, 3 erwachsene Kinder
Ausbildung:
– 1956 Abitur in Berlin mit Auszeichnung
– 8 Semester Jurastudium an der freien Universität Berlin
Tätigkeit:
– Von 1967- 2002 war er im Verwaltungsdienst in Berlin. Während dieser Zeit wurde er acht Jahre lang freigestellt für seine Aufgabe als stellvertretender Abteilungsleiter und Asienreferent auf dem Gebiet der Verwaltungshilfe für Länder der Dritten Welt.
– Weiterhin war er Organisationsreferent für internationale Seminare und Konferenzen mit Führungskräften wie Gouverneuren, Bürgermeistern und Direktoren öffentlicher Unternehmen.
– Rein privat, sporadisch und eigenständig beschäftigt er sich mit dem Thema „Geld“.
– Seit Oktober 2019 wird der Inhalt seines heutigen Vortrages und des gleichnamigen Buches im Internet bei youtube in einer losen Folge von ca.15-Minuten-langen Kurzvorträgen hochgeladen in seinen Kanal “Stimme aus Berlin”.
– Der Titel seines Referats lautet: “Wir brauchen ein neues Geldsystem, das gegenwärtige ist Unrecht.“

Bernd Udo Hack: Liebe Mitmenschen, liebe Freunde, der erste Teil meines Vortrages ist bereits abgelaufen, wir sparen Zeit. Und ich möchte einen kleinen Beitrag dazu leisten, Aufklärung zu treiben über ein ganz zentrales Thema – Geld, Geldsystem.

Ich gliedere meinen Vortrag in vier Abschnitte: Einleitung, Geld, Zinsen und Geldschöpfung einschließlich Schluss. Nach jedem Abschnitt werde ich ungefähr eine Minute Pause machen. Eine Verschnaufpause für Sie und auch für mich. Denn es ist schwierig, fortdauernd nur aufzunehmen und zu verarbeiten. Es gibt da gewisse Grenzen bei der Aufnahmekapazität bei jedem Menschen. Das ist normal. Ich werde auch jeden Abschnitt unter einen Leitspruch stellen, um zu belegen, dass meine Gedanken im Grunde gar nicht neu sind. Viele Künstler, auch Wirtschaftsunternehmer hatten das vorher schon erkannt und auch ausgedrückt. Aber es hat sich nichts geändert.

Der Leitspruch für die Einleitung lautet: „Nur gut, dass die Bürger nicht unser Banken- und Währungssystem verstehen, sonst hätten wir schon morgen früh eine Revolution.“ Das sagte kein Geringerer als der berühmte Auto-Pionier Henry Ford, gestorben 1947.

Seit ca. 20 Jahren beschäftige ich mich privat, sporadisch – d.h. immer, wenn ich mich danach fühle und Zeit habe – sowie total eigenständig mit dem Thema «Geldsystem». Total eigenständig heißt, ich habe keine Fachliteratur herangezogen, sondern selber angefangen zu denken. In dem Bestreben, der Wahrheit näher zu kommen, bin ich auf überraschende, ja erschütternde Dinge gestoßen. Unsere Massenmedien zeigen dafür kein Interesse. Die überwiegende Mehrheit der Bürger versteht davon nichts. Mir ging es früher genauso. Aber ich habe auch schon überwältigenden, zum Teil prominenten Zuspruch erfahren. Ich versuche jetzt, meine Erkenntnisse möglichst vielen Menschen näher zu bringen. Sie werden auch bemerken, hier spricht kein routinierter Redner, sondern ein ganz einfacher Mensch.

Irren ist menschlich, ich kann keine Haftung dafür übernehmen, dass meine Gedanken zum Geld richtig sind. Deshalb meine Bitte an Sie: Nichts blindlings glauben, sondern meine Begründungen nachvollziehen, prüfen und verinnerlichen, damit dieses Wissen lebendig wird. Wenn Sie Fehler bei mir entdecken, bitte aufklären durch einen Kommentar auf meinen Kanal im Internet, bei YouTube „Stimme aus Berlin“. Sie können aber sicher sein, ich habe mich nach bestem Wissen und Gewissen bemüht.

Doch nun zum Thema „Geldsystem“. Es ist unscheinbar, es hat offenbar keine Aktualität. „Das funktioniert doch, ich kann mein Geld abheben bei der Bank, was willst Du mehr? Es funktioniert gut“, werden Sie denken. Wo liegt also das Problem?

Zum Ersten ist so gut wie unbekannt, dass kein Mensch weiss, was Geld überhaupt ist, wie es funktioniert. In den Schulen wird dazu nichts gelehrt. Unkenntnis findet man – und das überrascht – auch bei sogenannten Fachleuten, den Volkswirten (ausgenommen sind die anwesenden Experten, die ich vor mir sehe [die anderen Referenten des Tages]). Auch die Bankdirektoren, Wissenschaftler gehören dazu, die das nicht verstehen. Wahrscheinlich auch bei der Hochfinanz, die an der Spitze des Systems steht, und die man kaum kennt. Über die theoretischen Grundlagen des Geldes und seine Funktionsweise gibt es keine allgemein gültige Ansicht, keine anerkannte Definition. Die folgenden Fragen sind unter anderem offen:
Darf Geld von einer Privatbank geschöpft werden, wie in den USA durch die FED, oder nur durch staatliche Notenbanken, wie heutzutage in den meisten Ländern? Ist es eine Ware oder nicht? Ist es ein Wertspeicher oder nicht? Kann es Zinsen hervorbringen oder nicht? Braucht die Währung einer Volkswirtschaft zur Sicherheit eine Golddeckung oder nicht? Soll es als Tauschmittel der möglichst sachgerechten Lösung eines wirtschaftlichen Problems dienen oder als Instrument der Machtausübung? Usw.

„Der Nebel um das Geld“ (1996) lautet daher zu Recht das Hauptwerk von Bernd Senf, emeritierter Berliner Professor der Volkswirtschaftslehre und Vorkämpfer für eine Reform. Übrigens ein Befürworter der hier vorgetragenen Gedanken.

Zum Zweiten muss man bei näherem Prüfen feststellen, dass das Geldsystem der Ausgangspunkt fast aller materiellen Menschheitsprobleme ist: ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen, übermässiger Reichtum bei Wenigen, Hunger und Elend bei immer mehr Menschen. Man nennt das „soziale Schere“. Daraus resultieren Straftaten, Terror, Kriege und so weiter.
Im Wirtschaftsbereich: Konjunkturschwankungen mit schwerwiegenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, fehlende Finanzmittel für die Infrastruktur, Verschuldung der Staaten (in Deutschland zur Zeit ca. 2 Billionen Euro – das sind 2000 Milliarden Euro) sowie der Wirtschaftsunternehmen und privaten Haushalte.

Dem griechischen Philosophen Sokrates wird der Ausspruch zugeschrieben: „Im Krieg geht es immer um Geld“ und damit um Macht. Auf derselben Linie liegt das geflügelte Wort: „ Geld regiert die Welt“. Dieses Thema müsste auch die Friedensforscher beschäftigen.

Wenn ich in der Überschrift ein neues Geld fordere, so heisst das nicht, dass ich ein solches bereits vorlege. Dazu ist ein Einzelner nicht in der Lage. Ich beschränke mich auf eine Analyse des bestehenden Systems und auf die Herausarbeitung der wesentlichen Mängel, vor allem von Denkfehlern. Wenn man diese beseitigen würde, wäre schon viel gewonnen. Ich spreche hier nicht von einzelnen Währungen, nicht von Schweizer Franken oder Euro, US-Dollar oder D-Mark. Es geht um das System an sich, das allen Währungen zugrunde liegt.

Meine Erkenntnisse laufen, und das wird Sie hoffentlich nicht zu sehr erschrecken, auf das uralte Zinsverbot hinaus. Schon vertreten von Moses, Aristoteles, Koran, früher auch von der katholischen Kirche, Martin Luther, Rudolf Steiner, Naturphilosophen u.a.
Seien sie aber beruhigt, für den Wegfall der Habenzinsen von den Sparkonten z.B. wird es bei Normalbürgern einen reichlichen Ausgleich geben durch ein starkes Sinken der Endabnehmerpreise am Markt. Nach Berechnung von Volkswirten würden sie fallen um 40% bei beweglichen Sachen und um 70% bei Immobilien, also auch bei Wohnungsmieten.
Die Nutznießer des bisherigen Systems könnten sich über mehr körperliche Sicherheit und den moralischen Vorteil des Seelenfriedens freuen. Das meine ich ernst und nicht zynisch.

Mein selbstfinanziertes einfaches Taschenbuch, hier ist ein Exemplar davon, mit dem Titel „Wir brauchen ein neues Geldsystem“ ist kurz und prägnant geschrieben, sowie für Laien verständlich. Es umfasst 113 Seiten und kostet, vom Verlag festgelegt, 10 SFR oder 10 € und ist im Buchhandel erhältlich. Einige Exemplare liegen auf meinen Präsentationstisch an der Seite, ebenso wie einige Flugblätter. In meinem Blog kann man die meisten Beiträge kostenlos nachlesen, den finden sie bei Google, seit kurzem auch bei YouTube in meinem Kanal „Stimme aus Berlin“.

Das größte Problem bei meinen Gesprächspartnern bisher war die Angst vor der Schwierigkeit und der Komplexität des Themas. „Ich verstehe davon nichts“, hieß es immer wieder. Das ist unbegründet. Ich verspreche Ihnen, es ist ganz einfach. Es sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig, die würden wahrscheinlich nur stören. Wir fangen ganz von vorne an, betreiben Grundlagenforschung.
Also, bitte bleiben sie dran! Es ist existentiell wichtig. Deshalb wiederhole ich auch meine Bitte: Erarbeiten sie sich diese Gedanken selber und verinnerlichen sie sie bis zur restlosen Überzeugung, damit sie in ihnen lebendig werden! Tragen sie dazu bei, eine öffentliche Diskussion in Gang zu bringen, mit dem Ziel einer friedlichen Reform.
Noch einmal, wenn sie Fragen haben oder bei mir einen Fehler finden, und die gibt es bestimmt, melden sie sich bitte mit einem Kommentar. Ich werde mich bemühen, darauf zu antworten. Wir machen jetzt die erste kleine Verschnaufpause, eine Minute bitte.

Wir kommen jetzt zum zweiten Abschnitt mit dem Thema „Geld“. Der Leitspruch lautet:
„Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat.“ (von Berthold Brecht, gestorben 1956). In meinem Büchlein wird dieses Thema abgehandelt unter der Überschrift „Dein Geld – das unbekannte Wesen“. Geld ist, und darüber gibt es keinen Streit, ein Tauschmittel, eine Tauschhilfe. Und zwar, nach meiner Ansicht, für das Finden des geeigneten Tauschpartners. Die Güter, die ihren Besitzer wechseln sollen, sind bereits vorhanden bzw. abrufbar, wenn es sich um Dienstleistungen handelt.

Ich mache hier einen Einschub zum Thema „Dienstleistungen“. Diese kann man nicht auf Vorrat herstellen. Der Friseur braucht den Kopf seines Kunden, ebenso wie der Zahnarzt den seines Patienten, um seine Dienstleistung erbringen zu können. Diese geht mit ihrer Herstellung sogleich auf den Erwerber über. Sie kann also nicht verderben. Ein Tischler hingegen, kann seine Stühle auf Vorrat produzieren, wenn er vorübergehend keinen Auftrag hat. Der Einschub ist zu Ende.

Die hier betrachtete Volkswirtschaft ist autark. Sie kann also ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft erwirtschaften. Es geht hier nicht um das Herstellen, sondern um das Verteilen des gemeinsam Erwirtschafteten. Das Tauschen gehört zum Verteilen. Um die Zusammenhänge und Probleme des Tauschens zu verstehen, müssen wir einen kurzen Blick in die Wirtschaftsgeschichte werfen, sozusagen das Szenario erarbeiten, in dem das Tauschen und das Geld eine Rolle spielt. Was jetzt kommt, ist für Sie nicht neu, ich werde mich also kurzfassen.

Wirtschaften ist das Herstellen, Verteilen, und Verwenden der zum angemessenen Lebensunterhalt einer Gruppe erforderlichen Güter. Das sind Waren, sowie die eben erwähnten Dienstleistungen, z.B. ein Haarschnitt beim Friseur. Wie gesagt, sind die Güter bereits vorhanden oder bei Dienstleistungen herstellbar. Sie müssen nur noch getauscht werden. Wirtschaften ist nur in Gemeinschaft mit anderen möglich. Das ist bei mir ein Satz, das ist aber für das Verständnis zentral wichtig. Einzeln kann keiner was bewegen. Wir arbeiten immer zusammen. Ursprünglich erfolgte das Wirtschaften durch Sammeln und Jagen in Kleingruppen: Familie, Großfamilie, Sippe, Stamm und so weiter. Es herrschte totale Selbstversorgung bei geringer Lebenserwartung und extrem niedrigen Lebensstandard. Bei Erfolglosigkeit Einzelner gab es einen sozialen Ausgleich intern durch Vater, Mutter, Stammesfürst und so weiter. Ab 10.000 vor Christus begann in unseren Breiten die Sesshaftigkeit. Die Folgen davon u.a. Spezialisierung und Arbeitsteilung, d.h. jeder produziert nur noch das, was er am besten beherrscht. Die Folge: Produktivität der gemeinsam wirtschaftenden Gruppe und deren Lebensstandard steigen, aber auch die Abhängigkeit der einzelnen Mitglieder voneinander. Die Abhängigkeit wird total. Überlegen Sie bitte einmal, wie viele Güter, die sie für den täglichen Lebensunterhalt benötigen, können sie selber herstellen. Bei mir sind es null. Solidarität der Gruppe wird unerlässlich. Ein vielgebrauchtes Wort, aber offenbar nicht begriffen. Denn ich finde selten so viel Solidarität, wie hier in diesem Saal.

Die Folge dieses Zustandes: Tausch oder Naturalwirtschaft. Die Mitglieder müssen die fehlenden Güter von den anderen im Wege des Tausches erwerben und dazu ihre eigenen Produkte hergeben. Daraus resultiert das nächste Problem. Mit größer werdender Gruppe geht der Überblick verloren. Es wird schwierig, den passenden Tauschpartner zu finden. Bei einer Kleinstadt von 10.000 Einwohnern ist das schwer zu wissen, wer hat gerade welche Ware abzugeben. Die Folge ist die Vermittlung der Tauschgeschäfte über eine Vertrauensperson, z.B. den Dorfältesten, der eine Art Warenlager betreibt. Wenn z.B. die von dem Veräußerer von Rindfleisch gewünschte Gegenleistung, z.B. Kartoffeln, nicht vorrätig ist, lässt er seine Ware dort und erhält von dem Ältesten einen Gutschein zur Überbrückung der Zeit, bis Kartoffeln wieder hereinkommen und er diese gegen Hergabe des Gutscheins mitnehmen kann. Der Schein wird sodann vernichtet. Er hat seinen Zweck erfüllt. Oder der Kartoffelsucher findet unmittelbar einen Kartoffelveräußerer und bezahlt unmittelbar mit dem Gutschein. Dieser bleibt erhalten und wird umlaufendes Geld. Das erste Geld entstand vor 6.000 Jahren. Man sagt bei den Sumerern. Damit ist der Rückblick in die Geschichte zu Ende.

Der Geld- oder Gutschein wirkt wie eine Urkunde. Wie ein Beweismittel dafür, dass der Inhaber seine Ware bereits an einen anderen Marktbürger veräußert hat, ohne die gewünschte Gegenleistung erhalten zu haben. Der Schein verbrieft das Recht, die zu erwerbende Ware damit zu bezahlen. Darüber hinaus hat er keinen eigenständigen Substanzwert. Er vermehrt insbesondere nicht die Menge der am Markt erhältlichen Güter. Er ist ein Tauschmittel, eine Tauschhilfe bezüglich der am Markt bereits vorhandenen Waren und herstellbaren Dienstleistungen, die möglichst schnell umgesetzt werden wollen. Er ist kein Mittel, um die Produktion zu steigern, sondern eins, um den Tauschpartner zu finden. Er wirkt wie ein Katalysator.

Die herrschende Meinung hat jetzt folgendes Problem. Die von der herrschenden Lehre sowie die von der Praxis, Wirtschaft und Politik geforderte und angestrebte Geldwertstabilität, Geld als Wertspeicher ist wegen der natürlichen Verderbnis von allen realen Sachen und wegen Oxidation, Ausnahme Gold, irrig und objektiv nicht möglich. Besonders deutlich erkennbar bei Nahrungsmitteln an der begrenzten Haltbarkeit. Das weiß jedes Kind, nur nicht unsere Banker. Das ist ein schwerer Mangel des gegenwärtigen Systems, ein Denkfehler, eine ungerechtfertigte Bevorzugung der Geldinhaber gegenüber den Inhabern von realen Sachen, die dem Verlust durch Verderbnis ausgesetzt sind.

Das amtliche Erstreben der Geldwertstabilität verleitet viele Menschen dazu, ihr Geld zurückzuhalten, es zu sparen oder zu horten, anstatt es zügig auszugeben und die am Markt die auf Abnehmer wartenden Güter ihrer Zweckbestimmung zuzuführen, also die Tauschgeschäfte zu ermöglichen. Da die angestrebte Stabilität aber objektiv nicht möglich ist, erleiden diese Menschen einen schleichenden, manchmal kaum merklichen Inflationsverlust, einen Kaufkraftverlust ihres Geldes. Sie werden auf diese Weise vom Geldsystem betrogen, wie wir sogleich sehen werden. Trost suchen sie dann in den Zinsen, die sie vielleicht auf ihr Sparguthaben erhalten beziehungsweise in der Vergangenheit erhalten haben, sofern sie Sparbücher besitzen.

Statt Geldwertstabilität ist ein bewegliches, labiles Gleichgewicht zu erstreben zwischen Gütermenge und Geldmenge. Wenn erstere sich durch natürliche Verderbnis ständig verringert – manche schneller, manche langsamer, andererseits die Geldmenge gleich bleibt, tritt automatisch Inflation ein.

Ich möchte das an einem kleinen Beispiel demonstrieren: Ich habe mitgebracht, links unser Bruttoinlandsprodukt bzw. ich nenne es lieber Bruttosozialprodukt, wie sich das gehört. Das ist hier also das, was die Volkswirtschaft produziert, zwei Kartoffeln aus Schweizer Herkunft. Und auf der anderen Seite das Geldsystem durch abgelaufene Scheine. Die sollen sich im Zustand der Stabilität befinden, gemessen an Preisen, die am Markt ermittelt werden. Die Marktpreise haben mit unserem Thema nichts zu tun. Da geht es um den Preis der einzelnen Güter am Markt, aber nicht um das Geldsystem. Also, nach herrschender Meinung Stabilität, was nicht geht, weil die Warenmenge, hier unsere Lebensmittel zum Beispiel, mit der Zeit ihren Substanzwert verlieren. Das heißt, sie werden weniger, ohne dass was geschieht, das macht die Zeit. Das ist ein Schöpfungsgesetz, das macht die Natur. Es wird weniger, aber das Geld soll gleich bleiben. Und damit haben sie automatisch eine Situation, die man mit Inflation bezeichnet. Die haben wir hier seit eh und je, seit es Geld gibt, aber keiner spricht darüber. Das ist also der große Bluff. Und das ist, meine ich, ganz einfach, wie versprochen.

Um die Inflation zu vermeiden und das bewegliche Gleichgewicht wieder herzustellen, muss logischerweise eine solche Verderbnis, künstlich, auch bei dem Geld herbeigeführt werden. Diogenes im antiken Griechenland sprach von rostenden Münzen. Rudolf Steiner, der Anthroposoph, sprach von rostenden Geldscheinen. Dazu muss man die Geldmenge durch einen regelmäßigen prozentualen Abschlag, (sogenannten Hebesatz, nenne ich das) verringern und den Ausgleich wieder herstellen. Und zwar, muss man den Ausgleich vernünftig finden, entsprechend den unterschiedlich hohen Verfalldaten. Das ist ja bei Waren unterschiedlich. Rindfleisch verdirbt im Sommer ganz schnell und eine geräucherte Wurst etwas langsamer. Der Hebesatz muss den vernünftigen Ausgleich finden. Er muss dann demokratisch beschlossen werden und dürfte bei 20% bis 30% im Jahr liegen. (Grobe Schätzung von mir, technisch ein lösbares Problem).

Diese Methode hat sich im goldenen Mittelalter, der Gotik, dem Hochmittelalter, bewährt, sowie 1932 bei der Weltwirtschaftskrise in Wörgl (Tirol) im Nachbarland Österreich. Dort sank die Arbeitslosigkeit erheblich. Wurde aber natürlich von der Staatsbank sofort gestoppt. Heute arbeiten die privaten Regionalgeldsysteme, auch Tauschringe nach diesen Prinzipien. Den Geldschwund möchten die Bürger natürlich vermeiden. Das wird dazu führen, dass die Geldbesitzer ihr Geld ausgeben und nicht zu Hause horten. Es besteht fließendes Geld (der Begriff stammt meines Wissens von Prof. Wolfgang Berger) mit einer Umlaufgeschwindigkeit, die etwa 20-mal höher sein dürfte als heute und die die Wirtschaft florieren lässt.

Selbstverständlich muss dem Kreislauf wieder neues Geld zugeführt werden, damit keine deflationäre Tendenz eintritt, eine Geldknappheit des Systems. Und zwar gemäß der tatsächlichen Produktion neuer Güter. Ohne neue Güter kein neues Geld. Das Geld zuführen, in den Kreislauf, erfolgt durch die Regierung. Sie erhält das Geld kosten- und zinslos von der zentralen Notenbank und setzt es für die Erfüllung ihrer Aufgaben ein. Im Gegenzug entfallen alle Steuern vom Einkommen, ebenso die dazugehörigen Bürokratien und Gerichtszweige.

Jegliche Inflation kann auf diese Weise vermieden werden. Außerdem kann der Staat natürlich Verkehrs- und Verbrauchssteuern erheben, Zölle und das Übliche. Geld ist an sich eine geniale menschliche Erfindung, es muss nur in Einklang mit den Naturgesetzten gebracht werden. „Der Mensch denkt und Gott lenkt“ heißt ein bekanntes Sprichwort. Man könnte sagen: „Der Mensch dachte und Gott lachte.“

Eine Minute Pause:
Jetzt kommt der dritte Abschnitt zum Thema Zinsen: Der Leitspruch lautet: „Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm, halt du sie dumm, ich halt sie arm!“ Von dem Berliner Liedermacher Reinhard Mey, von 1996. – Ja, der Mann ist gut!

In meinem Buch wird dieses Thema abgehandelt unter der Überschrift: „Zinsen ein kapitaler kapitalistischer Denkfehler. Die soziale Schere ist die Folge.“ Zinsen basieren auf dem falschen Geldbegriff, den wir im zweiten Abschnitt kennengelernt haben, dass nämlich Geld wertstabil sein soll -ein Wertspeicher. Eine solche Geldwertstabilität kann es nicht geben. Das funktioniert nicht, wegen der natürlichen Verderbnis der Waren, die den Wert des Geldes ausmachen, seine Kaufkraft. Das haben wir soeben gehört. Um die Problematik der Zinsen auf kreditiertes Geldkapital zu verstehen, muss man sich in die graue Vorzeit der Tauschwirtschaft oder Naturalwirtschaft zurückversetzten, als es noch kein Geld gab.

Stellen wir uns vor, der Bürger A habe einen Überschuss von 100 Kottelets erwirtschaftet und er habe gegenwärtig keinen Bedarf an Waren oder Leistungen, die er im Austausch dafür von einem anderen erwerben wollte. Er hat jetzt ein Problem: Seine Kottelets verlieren jetzt mit der Zeit an Wert, an Substanz und Nutzwert, weil sie wie alle Nahrungsmittel der natürlichen Verderbnis unterliegen und nur begrenzt haltbar sind. Außerdem verursachen sie Lagerkosten. In dieser Situation muss A froh und dankbar sein, wenn er den Bürger B trifft, der ihm die 100 Kottelets auf der Basis eines Warenkredites abnimmt, mit dem Versprechen nach einem Jahr 100 Kottelets gleicher Art und Güte zurückzugeben. A ist für das Erste sein Problem los. Da ist es unlogisch und es wird der naturgegebenen Sachlage nicht gerecht, wenn A noch 10% Zinsen verlangen kann. Also die Hergabe von 110 Kottelets. Vielmehr könnte man daran denken, einen Abschlag von 10% vorzunehmen, weil A mit Hilfe des B seine überschüssigen Koteletts über die Zeit retten konnte. Vertretbar wäre es demnach, wenn B nach einem Jahr nur 90 Koteletts zurückgibt. Bei Abwägung dieser Argumente erscheint es als richtig, dass kein Entgelt in Form von Zinsen gezahlt wird und A 100 Koteletts von B zurückbekommt, denn beide haben bereits einen angemessenen gegenseitigen Vorteil. A hat für ein Jahr sein Problem der Verderblichkeit gelöst und B konnte diese Ware schon ein Jahr früher nutzen als von ihm selbst erwirtschaftet. A hat sozusagen im Vorgriff für B gearbeitet und B gibt ihm die Ware nach einem Jahr zurück.

Für Zinsen ist bei diesen einfachen und einleuchtenden Erwägungen, die im Einklang mit den Naturgesetzen stehen, kein Raum. An diesem Ergebnis kann sich nichts ändern, wenn man Geld zwischenschaltet und A die 100€, die er bei der Veräußerung seiner Koteletts auf dem Markt erlöst hat, dem B als Geldkredit gibt, denn ein naturgemäß ausgestaltetes Geld muss wie die reale Ware mit der Zeit seinen Substanzwert, seine Kaufkraft schrittweise verlieren. Übrigens, die Zwischenschaltung von Geld erhöht nicht die Menge der Waren, wie wir schon gehört haben. Ich wiederhole das bewusst, denn das sind wichtige Dinge, die man wahrscheinlich nicht alltäglich hört.

Bibel, Thora, Koran verbieten ebenfalls Zinsen, jedoch vorwiegend aus moralischen Gründen. Man soll die Notlage eines Anderen — ein Bauer kann wegen eines Beinbruchs vorübergehend nicht arbeiten und braucht einen Überbrückungskredit — nicht ausnutzen und darf keine Zinsen für den Kredit verlangen. Es gibt aber Situationen, wo dieses Argument nicht zutrifft, wenn z.B. ein erfolgreicher Unternehmer seinen Betrieb ausweiten möchte und dazu einen Geldkredit aufnimmt. Zinsen sind meiner Meinung nach also unlogisch, widernatürlich und in manchen Fällen unmoralisch. Geld ist keine reale Sache, wie z.B. eine Wohnung oder ein Obstgarten, für deren Fremdnutzung man einen Miet- bzw. Pachtzins erheben darf, sondern ein monetärer Gutschein, mit dem man auf dem Markt eine noch ausstehende Gegenleistung bezahlen kann. Wie man es auch dreht und wendet, es gibt keine triftige Begründung, die Zinsen für die vorübergehende Nutzung fremden Geldes rechtfertigen könnte. Zinsen beruhen auf einem kapitalen Denkfehler.

Auch das von Einigen, von der Österreichischen Schule z.B., eingeführte Argument, Zinsen seien ein Ausgleich für vorübergehenden Konsumverzicht, ist unzutreffend. Man ignoriert die Tatsache der Verderbnis, der begrenzten Haltbarkeit, sowie die weitere Tatsache, dass A gar keinen Konsumverzicht leistet. Er besitzt ja schon alles, was er gegenwärtig für den Lebensunterhalt braucht. Die Erwirtschaftung eines nicht benötigten Überschusses schafft Probleme. Das übersieht die Gegenmeinung. Bei Tieren gibt es dieses Problem nicht. Die hören grundsätzlich auf zu jagen und zu fressen, wenn sie satt sind.
Geradezu apokalyptische Folgen hat der Zinseszins, wenn er das Geld in exponentieller Reihe vermehrt, gleichsam wie ein Krebsgeschwür. In dem bekannten Beispiel des Josefpfennigs wäre ein bei der Geburt von Jesus Christus bei einer Bank zu 5% Zinsen angelegter Rappen oder Cent bis heute auf ein Vermögen von vielen Milliarden Erdkugeln aus massivem Gold angewachsen.

Nach dem ersten Betrug, der in der angeblichen Wertstabilität des Geldes besteht, ist dies der zweite Betrug, der zu der materiellen Menschheitskrise führt. Geld kann gar nicht arbeiten, wie uns die Banken in ihrer Werbung glauben machen wollen. In Deutschland z.B. fließen täglich eine Milliarde Euro in Form von Zinsen, die vor allem versteckt sind in den Verbraucherpreisen, von arm nach reich, ohne Gegenleistung und ohne, dass die Kreditgeber besonders talentiert oder fleißig wären. Dieser ungerechtfertigte Geldfluss ist ein wesentlicher Grund für die soziale Schere, für die soziale Spaltung und Schädigung unserer Gesellschaften und für die fortschreitende Verarmung von immer mehr Menschen. Realwirtschaftlich gesehen, bedeutet dieser Zinsfluss eine ungeheure Ausbeutung der Arbeitenden durch die Besitzer von Geldkapital, die, wie man so schön sagt, ihr Geld arbeiten lassen in schlimmer kapitalistischer Manier. Arbeiten können aber nur Unternehmer, Freiberufler, Handwerker, Hausfrauen, Arbeitnehmer und andere.

Auch die Gewerkschaften, an sich zur Vertretung von Arbeitnehmerinteressen berufen, machen einen großen Bogen um dieses Problem, obwohl ich den Deutschen Gewerkschaftsbund und sein wirtschaftswissenschaftliches Institut in Düsseldorf wiederholt darauf hingewiesen habe. Die Reaktion: Schweigen, Totschweigen! Dabei sind diese Erkenntnisse im Grunde nicht neu, wie man den Leitsprüchen an der Projektionswand entnehmen kann. Amtlicherseits sträubt man sich gegen eine gründliche Fehlerquellenanalyse, verfasst allenfalls belanglose Armuts- und Sozialberichte und wartet auf den nächsten Konjunkturaufschwung. Die Macht der Banken, die an dem herrschenden System prächtig verdienen, sowie Blindheit und Trägheit, mit denen die meisten Menschen geschlagen sind, lassen die vorstehend dargelegten Erkenntnisse nicht zu. Und so geht das schon seit über 6.000 Jahren, seit der Erfindung des Geldes. Kriege, Eroberungen, Gier nach Macht und Geld bei den Herrschenden bis zum heutigen Tage. Zinsen sind der Gier liebste Speise.

Letzte Pause:
Wir kommen jetzt zum vierten Abschnitt mit dem Thema: Geldschöpfung einschließlich Zusammenfassung. Der Leitspruch lautet: Bankraub – eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank!; Berthold Brecht, gestorben 1956.
In meinem Buch wird dieses Thema an verschiedenen Stellen abgehandelt. Schwerpunktmäßig unter der Überschrift: „Wie das erste Geld entstand – Eine geschichtliche Vision“
Geld ist richtig verstanden, Teil der Wirtschafts- und Marktordnung. Es dient als Hilfsmittel, die Tauschpartner zusammenzubringen. Es wirkt wie ein Katalysator. Aus der ursprünglichen Zweierbeziehung der Naturalwirtschaft von Veräußerer und Erwerber, wird jetzt eine Dreierbeziehung der Geldwirtschaft von Veräußerer, Käufer und Verkäufer. Das vereinfacht und beschleunigt die Tauschvorgänge ungemein. Geld ist an sich, wie gesagt, eine geniale Erfindung. Es muß aber mit den Naturgesetzen in Einklang gebracht werden. Das Geldsystem kommt allen Mitgliedern der betreffenden Volkswirtschaft zugute. Spezialisierung und Arbeitsteilung ermöglichen eine ungeahnte Wohlstandssteigerung. Bewirken aber auch eine totale Abhängigkeit voneinander, und damit die Notwendigkeit des Gütertausches mit Hilfe des Geldes. Als ein neutrales Gemeinschaftsgut, gehört es in die Obhut derjenigen Institution, die für die Erfüllung der Gemeinschaftsaufgaben zuständig ist. In die Obhut des Staates, vertreten durch eine zentrale, verfassungsrechtlich abgesicherte und wirklich unabhängige Notenbank. Unabhängig vor allem, von der Regierung. Diese neu zu gründende „Monetative“, (der Begriff stammt meines Wissens von Bernd Senf), ist allein berufen, Geld zu schöpfen und herauszugeben. Und zwar in dem Umfange, wie die Marktbürger neue Güter nachfragen und herstellen. Das kann man durch Marktforschung, Meinungsumfragen usw. herausfinden.
Vielleicht will eine Volkswirtschaft auch einmal schrumpfen. Und muß nicht, wie gegenwärtig immer nur wachsen, wachsen, wachsen, damit die Geldkapitalisten ihre Gewinne maximieren können. Vielleicht bevorzugen die Bürger dauerhafte Gebrauchsgegenstände, anstatt der heute üblichen kurzlebigen Massenprodukte mit eingebauter Sollbruchstelle. [Publikum: Beifall] . Die belasten die Umwelt unnötig, füllen aber die Auftragsbücher der Industrie und steigern den Profit der Aktionäre. Gegenargument: Sie erhalten aber auch Arbeitsplätze! Meine Antwort: „Dann laßt uns doch weniger arbeiten, und die verbleibende Arbeit auf alle gleichmäßig verteilen.“ Ich schätze mal 15 bis 20 Stunden pro Woche würden reichen, in den Überfluß-Industriestaaten, wo wir sowieso an Müll ersticken. Da könnte es weniger sein. Wir leben nicht, um zu arbeiten, sondern wir arbeiten, um zu leben. Das ist eine alte Volksweisheit. Sehr gut.

Eine neutrale Notenbank soll und darf keine Gewinne machen, wie das gegenwärtig noch der Fall ist. Sehr zur Freude der jeweiligen Finanzminister, an die die Gewinne abzuführen sind. Die Kosten der Monetative müssen aus allgemeinen Steuermitteln gedeckt werden. Die Lage ist vergleichbar mit der eines Schiedsrichters, der bei einem Wettkampf unparteiisch und möglichst objektiv zu entscheiden hat. Auch er kann nicht gewinnen, sondern nur seine Aufgabe gut oder weniger gut erfüllen.

Die Kontrolle über das Geldsystem eines Landes bedeutet eine unvorstellbare Macht über die Menschen. Die Geldschöpfung befindet sich daher tatsächlich in den meisten Ländern grundsätzlich in staatlicher Hand und wird von zentralen, mehr oder weniger – eher weniger, unabhängigen Notenbanken wahrgenommen. Das von ihnen ausgegebene Geld ist reales Geld, im wesentlichen Geldscheine. Daneben gibt es bekanntlich noch Münzen. Zusätzlich gab und gibt es eine ergänzende Geldschöpfung durch private Geschäftsbanken. Diesen obliegt neben dem Zahlungsverkehr unter anderem auch die Aufgabe von Kapitalsammelstellen für Geldsparer. Die Banken benutzen diese Spareinlagen für die Vergabe von Krediten. Gleiches tun sie mit den Kundengeldern auf den Girokonten, ohne hierzu berechtigt zu sein. An sich sind diese Gelder für die laufenden Zahlungen der Kontoinhaber bestimmt und nicht zum Sparen. Da der Zahlungsverkehr aber überwiegend nicht mehr bar erfolgt, sondern über Girokonten abgewickelt wird, bleibt auch dieses Geld im Besitz der Banken und wird für die Kreditvergabe eingesetzt. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Banken die Geldeinlagen der Bankkunden nicht vollständig für Kredite ausgeben, sondern nur unter Abzug einer Mindestreserve. Die nach dieser Methode als Kredite herausgegeben Gelder gelangen auf das Girokonto des Kreditnehmers und irgendwann auch auf ein Sparkonto. Dort werden die Zugänge als Einzahlung auf ein Girokonto bzw. auch als Einlage auf einem Sparkonto behandelt und dienen wieder nach Abzug des Mindestreservesatzes als Grundlage für weitere Kreditgewährungen. Mit diesem sogenannten Multiplikator-Effekt wird zusätzliches Geld geschaffen, aber kein reales von der Notenbank herausgegebenes Papiergeld, sondern Giralgeld, das allein durch einen Buchungsvorgang auf einem Konto des Kreditnehmers entsteht und deshalb auch Buchgeld genannt wird. Beide Geldarten, reales Geld der Notenbank und Buchgeld der Geschäftsbanken, werden auf demselben Konto geführt, so dass man sie nicht mehr unterscheiden kann. Das auf ein Girokonto überwiesene Buchgeld verwandelt sich, wenn man es am Bankschalter oder am Automaten bar abhebt, in reales Geld, in Geldscheine.

Unter US-Präsident Ronald Reagan und der britischen Premierministerin Margret Thatcher begann ab ca. 1981 etwas, was man beschönigend Deregulierung nannte – klingt so positiv wie Entbürokratisierung, war aber für die Menschheit verheerend. Man löste nämlich die Geldschöpfung durch Geldbanken von dem Erfordernis der Einlagen durch Bankkunden und ließ Buchgeld allein dadurch entstehen, dass die Bank dem Kunden einen Kredit einräumt und den betreffenden Betrag seinem Konto gutschreibt. Als Sicherheit dient der Rückforderungsanspruch der Bank gegen den Kunden. Das ist quasi eine Geldschöpfung aus dem Nichts. Die dadurch entstehende Sicherheitslücke schließt man durch Kredit-Ausfallversicherung. Wenn das kreditierte Geld nach Ende der Laufzeit zurückgezahlt wird, geht es dorthin wo es hergekommen ist, ins Nichts. Auf diese Weise wurden meines Wissens ab 1991, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der Kauf sowjetischer Industrieanlagen durch die sogenannten russischen Oligarchen finanziert mit Hilfe US-amerikanischer „Experten“ – der berüchtigten Chicago-Boys. Damals war Boris Jelzin russischer Präsident. Vor seinem Rücktritt ließ er sich von dem russischen Ministerpräsidenten Freiheit vor Strafverfolgung zusichern. Das lässt sehr tief blicken. Diese Nachricht ging durch die Weltpresse.

Die staatliche Notenbank hat bei diesem herrschenden System nur noch einen geringen Einfluss auf die Steuerung der umlaufenden Geldmenge. Sie kann ihrer verfassungsrechtlichen Aufgabe als Währungshüterin kaum noch nachkommen.

Gleich nach Beginn der Besiedelung Nordamerikas durch amerikanische Einwanderer ab 1607 haben Londoner Bankiers Einfluss auf das Bankwesen in dieser Kolonie genommen und immer wieder darauf gedrängt, die Geldschöpfung auf private Notenbanken zu übertragen. Diese Bemühungen setzten sie fort auch nach der Unabhängigkeitserklärung 1776 und Staatsgründung der USA 1789. Das gelang wiederholt, aber durch Gesetz zeitlich befristet. Weise Staatsmänner, wie US-Präsident Thomas Jefferson und später Abraham Lincoln, warnten eindringlich davor. Sie erkannten die großen Gefahren dieses Ansinnens für das Gemeinwohl. Wer immer das Geldsystem beherrscht, erlangt wie bereits gesagt eine ungeheure Macht über die Wirtschaft und damit über die Menschen und deren physische Existenz.

Die gegenwärtige Notenbank der USA, die Federal Reserve Bank – kurz FED genannt, ist eine solche Bank. Sie wurde von langer Hand und konspirativ von in New York tätigen Spitzenbankern vorbereitet und nach Bestechungen sowie Geheimabsprachen mit dem späteren Präsidenten Woodrow Wilson und in einer geheimen Nacht- und Nebelaktion am 13. Dezember 1913 vom US-Kongress beschlossen. Das Gesetz wurde sofort in Kraft gesetzt. Ein Großteil der Parlamentarier befand sich bereits im Weihnachtsurlaub und auf der Reise in die weit entfernten Heimatorte. Sie wussten davon nichts. Seitdem beherrscht die FED im Verbund mit ihren Anteilseignern, den US-Großbanken dank ihrer Geldmacht, die amerikanische Politik, die veröffentlichte Meinung, wichtige Teile der wissenschaftlichen Forschung und der Wirtschaft usw. national und international. Kritische Stimmen, die die Abschaffung der FED oder zumindest ihre Reform verlangen, z.B. der frühere Präsidentschaftskandidat Ron Paul in seinem Buch „Befreit die Welt von der US-Notenbank!“, konnten sich bisher nicht durchsetzen.

Die Buchgeldschöpfung durch Geschäftsbanken quasi aus dem Nichts, ohne jeglichen Gegenwert an realen Gütern, also die Geldmenge geht ins Unendliche bis durch die Decke, bedeutet einen Wertverlust, sprich Kaufkraftverlust des realen Geldes. Sie hat eine inflationäre Tendenz. Hier liegt der dritte von mir aufgedeckte Betrug einer Teilenteignung der Geldbesitzer. Dass noch keine größere Inflation ausgebrochen ist, liegt daran, dass dieses Buchgeld am Konsumgütermarkt nicht nachfragewirksam wird, sondern vom Casino-Kapitalismus – das ist ein Begriff von unserem früheren Bundespräsidenten Horst Köhler – benutzt wird für die Wetten an den Börsen, also Spekulation. Die Aktienkurse steigen, wie man sieht, täglich, sowie für den Erwerb von langlebigen Investitionsgütern, wie Grundstücke, Häuser, öffentliche Infrastrukturbetriebe, wie Wasser-, Gas-, Elektrizitätswerke, Hafenanlagen, Infrastruktur, Auto-, Eisenbahnen usw. Diese werden privatisiert oder teilprivatisiert. Der Staat, also seine Bürger werden um das öffentliche Vermögen gebracht, das in die Hände der Geldkapitalisten gelangt zwecks weiterer Gewinnmaximierung. Die Geldschöpfung in dem gegenwärtigen System ist eine äußerst brisante, explosive Angelegenheit, mit seinen falschen Annahmen bezüglich der Geldwertstabilität, der Zinsen und Zinseszinsen sowie der Buchgeldschöpfung durch Geschäftsbanken. Mein Ergebnis: Es darf keine Geldschöpfung durch Privatbanken geben!

Zusammenfassung meiner vier Abschnitte: Seit Jahrhunderten ist unser Geldsystem ein dreistufiger Massenbetrug, zum Nachteil der real arbeitenden und Güter produzierenden Menschen. Dazu gehören auch Unternehmer und Freiberufler. Und zum Nutzen von Finanzkapitalisten, die ihr Geld arbeiten lassen, wie man so schön sagt, laufend leistungslose Einkommen beziehen und dadurch die real Arbeitenden ausbeuten.

Das Ganze ist systemisch entstanden aus einem gesellschaftlichen Organismus heraus und in einer Weise, das es von den meisten nicht bewusst wahrgenommen wird und man Einzelne nicht als Täter identifizieren kann, um sie strafrechtlich wegen Betruges zu verurteilen.

Bei dem von mir befürworteten und von den wesentlichen Fehlern bereinigten System wäre vieles einfacher und gerechter. Dann hätten wir eine andere Welt. Danke.

Ivo: Danke, Bernd Udo Hack. Das war ein grundfundamentaler Beitrag. Ich bin sehr dankbar dafür. Ich denke, wir haben ja hier auch Kinder. Grundfundamental, so einfach, dass es jedes Kind verstehen kann, nur die Mächtigen verstehen es nicht – wollen es nicht verstehen. Wenn ich es in der Filmsprache übersetzen müsste – von Krimi an aufwärts, was der Mann jetzt erklärt hat. Das sind Kriegsfilme im übertragenen Sinn. Das hat hier Millionen Menschenleben gekostet, so ein Betrug. Danke für dieses Grundverständnis, einmal mehr für Kinder bis Erwachsene, Hochschule in wunderbarer Weise dargelegt. Herzlichen Dank, Bernd Udo Hack.

Man kann nur auch wieder hier die Justiz, die Mächtigen, die Machthaber auf den Plan rufen und sagen: Wollt ihr uns wirklich als Volk, als Kinder sozusagen diese Last auferlegen, mit so einem Weltbetrug zurechtzukommen! Oben geht es immer weiter, immer verrückter, immer entmachtender, ausplündernder. Wir rufen gemeinsam: Macht was dagegen! Ist euer Job, da oben! Ihr habt in den sauren Apfel zu beißen!

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