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Filme & Dokumentationen

Hitlerjunge Quex

Der auf der Romanvorlage „Der Hitlerjunge Quex“ von Karl Aloys Schenzinger basierende Spielfilm bezieht sich auf die Biographie von Herbert Norkus. In diesem Film wurde erstmals das von Baldur von Schirach getextete Kampflied Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren (Unsre Fahne flattert uns voran) der Öffentlichkeit präsentiert.

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Heini Völker ist Sohn eines zum Kommunismus tendierenden Vaters, dessen Entscheidung zu SPD oder KPD indes offen bleibt – die Gleichsetzung der beiden Parteien ist aber im Film beabsichtigt. Heini lebt in Berlin und wird von einer kommunistischen Jugendorganisation zu einem Lager eingeladen. Heini findet die Hitler-Jugend, die als ehrbar, vom Mittelstand geführt und einem neuen nationalen Deutschtum ergeben dargestellt wird, jedoch viel attraktiver. Dort herrschen, nach seiner Meinung, mehr Disziplin und Organisation.

Hitlerjunge Quex ist einer der ersten nationalsozialistischen politischen Filme. Seine Bedeutung für die nationalsozialistische Filmpolitik wird unter anderem dadurch deutlich, daß er von der damaligen Filmprüfstelle mit dem Prädikat „Künstlerisch besonders wertvoll“ versehen wurde. Darüber hinaus ist der Film eine ausgezeichnete Milieustudie über das Berlin der damaligen Zeit. Er zeigt eindrucksvoll die sozialen und politischen Gegensätze und die wirtschaftliche Not, aus der die damaligen gesellschaftlichen Widersprüche resultierten.

Ausschnitt

Der Junge entscheidet sich gegen den Wunsch des Vaters nicht für eine kommunistische Clique und engagiert sich statt dessen in der Hitler-Jugend. Nachdem durch den Verrat eines anderen Hitlerjungen Flugblätter verlorengegangen sind, druckt Heini sie mit einem BDM-Mädchen [Ulla Dörries, gespielt von Helga Bodemer] heimlich in der Druckerei seines Meisters nach. Als die Zettel fertig sind, gibt sie ihm – wie im Roman – einen Kuß auf den Mund. Heini ist verliebt und geht nach Moabit in den Beussel-Kiez, um die frisch gedruckten Flugzettel zu verteilen. Dabei wird er von einem kommunistischen Rollkommando verfolgt und ermordet. Im letzten Bild des Films haucht der sterbende Junge den Titel der Filmmelodie: „Unsere Fahne flattert uns voran“.

Die UFA griff gleich nach der Durchsetzung der nationalsozialistischen Revolution 1933 zu einem Thema, das die Gefahr, in den Kitsch abzugleiten, ebenso in sich barg wie die Möglichkeit eines großen Fortschritts des Spielfilms.

Der junge Schauspieler Hermann Braun (1918–1945) sollte kurz nach seinem ersten Film „Der Jäger aus Kurpfalz“ von 1933 in einem ganz anderen Film die Hauptrolle spielen. Diese Rolle wäre sicherlich die Gelegenheit seines Lebens gewesen. Er sollte den Hitlerjungen Quex im gleichnamigen Film von 1933 spielen. Eine plötzliche und langwierige Krankheit setzte diesen Plänen ein schnelles Ende. Die Rolle des Hitlerjungen Quex spielte später Jürgen Ohlsen (1917–1994). Im selben Jahr spielte er im sechsminütigen Kurzfilm „Alle machen mit“ ebenfalls die Rolle des „Heini Völker“.

Das Werk gelang. „Hitlerjunge Quex“ wurde der erste große zeitnahe Film aus dem Bereich der deutschen Revolution. Der Regisseur Hans Steinhoff legte seinem Werk den Roman „Der Hitlerjunge Quex“ von K. A. Schenzinger zugrunde. Der Produktionsleiter Karl Ritter, der später der große Schöpfer vieler zeitnaher Filme aus dieser Zeit war, wählte die Darsteller zum ersten Mal nicht nach den geschäftlichen Erfahrungen der Filmproduktion, sondern nach dem Gesichtspunkt, daß das Volk Menschen des Volkes auf der Leinwand sehen soll.

Die schwierige Besetzung der Hauptrolle gelang nach vielen vergeblichen Versuchen mit Angehörigen der Hitlerjugend durch den zufälligen Hinweis der Frau eines Mitglieds der Staatsoper, die einen Jungen mit dem ihr richtig dünkenden Gesicht und der ihr richtig erscheinenden Haltung irgendwo im Südwesten Berlins auf der Straße hatte spielen sehen. Heinrich George, Berta Drews, Hermann Speelmans und Claus Clausen bewiesen ihre später oft erprobte schauspielerische Kraft an dem Problem, nicht Star, nicht Bühnendarsteller, sondern Mensch vor der Kamera zu sein.

Die künstlerische Aufgabe lief darauf hinaus, jedes Pathos auszuschalten und hier genau so wie in dem Soldatischen des U-Boot-Films „Morgenrot“ die Wahrheit mit Licht und Schatten zur Geltung zu bringen. Es war nicht vorauszusehen, ob die Kraft der Regie und der Darstellung ausreichen würden, um mit ehrlichen Mitteln einen Proletarier seinem Jungen sagen zu lassen, weshalb er zur Kommune gegangen sei. Als diese Szene geschafft war, konnte der Film „Hitlerjunge Quex“ als gelungen gelten.

Aus dieser Szene kam der Erfolg, nicht nur in Deutschland, sondern auch in England und in den VSA. Der Film lief in Deutschland im September 1933. Es war wohl ein denkwürdiger Tag, als der Führer Adolf Hitler am Abend des 12. September 1933 in der Rangloge des Münchener UFA-Palastes Platz nahm, um durch seine Anwesenheit die toten junger Kämpfer zu ehren, die wie im Film „Hitlerjunge Quex“, gestorben sind für das treue neue deutsche Vaterland. Bruckners Symphonie war verrauscht.

Vor dem Vorhang der Bühne stand der Reichsjugendführer Baldur von Schirach, die Hand erhoben zum Deutschen Gruß:

„Mein Führer! Deutsche Volksgenossen! Ich kann hier keinen Vortrag halten über den Film ‚Hitlerjunge Quex‘, denn dieser Film soll für sich selbst sprechen. Ich kann nur einen Augenblick lang Ihre Gedanken hinlenken auf den jungen Kameraden, dessen Schicksal in diesem Film dargestellt wird. Auf diesen kleinen Kameraden, der nicht mehr unter uns sein kann, weil er schon einundeinhalb Jahre unter der Erde liegt. Es war in der Zeit des schlimmsten Terrors, da stand ich vor 2000 Berliner Hitlerjungen auf einem Generalappell der Berliner HJ und sprach zu ihnen vom Opfer, vom Führer und vom Heldentum. Es lag über diesem Appell eine drückende Atmosphäre, wir ahnten ein furchtbares Geschehen. Ich weiß nicht, wie es kam, ich sprach von dem Einsatz, den jeder von uns bringen muß, und sprach davon, daß unter den Zweitausend einer sein könne, den ich am nächsten Tag nicht mehr sehen würde. Und ich sagte zu ihm: Danke Du, daß Du dieses Schicksal auf Dich nehmen mußtest, daß Du unter den Millionen die Ehre hast, den Namen des Hitlerjungen zu tragen, daß Du ein Führer in einer Gemeinschaft sein darfst, die Du verkörperst. – Am nächsten Morgen fiel der Hitlerjunge Herbert Norkus von der Hand marxistischer Mordbanditen. Wo damals der kleine Hitlerjunge fiel, da steht heute eine Jugendbewegung von eineinhalb Millionen Kämpfern. Jeder einzelne bekennt sich zum Geist des Opfers, der Kameradschaft. Ich möchte, daß wir gerade in dieser Stunde uns zu seinem Gedenken erheben. – Wir wollen weiterkämpfen in seinem unbeugsamen Geist. Heil Hitler!“

Es wurde dunkel im Saal. Trommelwirbel verkündeten ein großes Erlebnis: Das Kämpfen, Leiden und Sterben eines Hitlerjungen! Wenn mit „Hitlerjunge Quex“ zum erstenmal in großem Stil der Versuch unternommen wurde, die nationalsozialistische Ideenwelt filmkünstlerisch zur Darstellung zu bringen, so gelang dieser Versuch, soweit das bei den ganz neuartigen Methoden überhaupt möglich war, auf der ganzen Linie.

„Hitlerjunge Quex“ ist der Film vom Opfergeist der deutschen Jugend der Nachkriegszeit. Im Juni 1934, als der Haß gegen den Nationalsozialismus von den Juden und Marxisten in der ganzen Welt schon hoch getürmt war, lief der Film in Neu York an. Damals schrieb die „New York Times“ über die Sauberkeit und Disziplin der Hitlerjugend und geißelte die „Lasterhaftigkeit in den Reihen der Roten Front“.

Goebbels dankt

Dr. Goebbels dankte der UFA in einem Brief an ihren langjährigen Produktionschef Ernst Hugo Correll:

„Die Ufa sowohl wie alle an diesem Film Mitwirkenden haben sich nicht nur um die Entwicklung der deutschen Filmkunst, sondern auch um die künstlerische Gestaltung nationalsozialistischen Ideengutes ein großes Verdienst erworben. Wer am gestrigen Abend im Ufa-Palast am Zoo erlebt hat, wie bei dem Tode des Hitlerjungen Quex das Publikum auf das tiefste hingerissen und erschüttert war, der kann sich ungefähr eine Vorstellung davon machen, welche Möglichkeiten im deutschen Film noch beschlossen liegen und welche ungeheuren Aufgaben damit unserer harren. Wenn ich mich weiter, wie bisher, der tatkräftigen Unterstützung aller Filmschaffenden versichert halten kann, so bin ich der festen Überzeugung, daß es uns in gemeinsamer Arbeit gelingen wird, die deutsche Filmkunst auf eine Höhe zu heben, die, was ihr Gebiet anbelangt, dem bewundernswerten sittlichen und politischen Niveau, das das deutsche Volk durch die nationalsozialistische Erhebung erreicht hat, vollauf entspricht. Ich glaube, daß der ‚Hitlerjunge Quex‘ viele unbelehrbar Scheinende am Ende doch belehren kann und wir auf dem richtigen Wege sind.“
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